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Artsper blickt mit Ihnen regelmäßig auf Ausstellungen zurück, die die Art und Weise, wie Kuratoren ihre Arbeit betrachten, für immer verändert haben. In der Galerie von Denise René im Paris der 1950er Jahre bereitete sich die sogenannte kinetische Kunst auf ihren Durchbruch vor. Wir blicken auf die Ausstellung Le mouvement zurück.
Der Begriff kinetische Kunst wurde zum ersten Mal 1960 vom Kunstgewerbemuseum (Berlin) verwendet, fünf Jahre nach der von Denise René und Pontus Hulten initiierten Ausstellung. Kinetische Werke wurden damals als multiple oder multiforme Kunstwerke bezeichnet, nicht nur, weil sie in Serie produziert wurden, sondern auch, weil sie sich zusehends bewegten und veränderten.
In den 1960er Jahren kam es zu einer spektakulären Entwicklung bewegungsbasierter Praktiken (G.R.A.V. in Paris, angeführt von François Morellet), und zahlreiche Gruppen scharten sich um die befreienden Ideen, die sie zusammenfassten, doch die Geschichte der kinetischen Kunst ist vor allem die Fortsetzung früherer Erfahrungen.
Das Epos der kinetischen Kunst begann 1955, als die Galerie Denise René die aufsehenerregende Ausstellung Le Mouvement (Die Bewegung) nach einem Vorschlag von Victor Vasarely und unter der Leitung von Pontus Hulten eröffnete. Vasarely, der als einer der einflussreichsten Vorläufer der kinetischen Bewegung gilt, präsentierte dort seine ersten abstrakten Schwarz-Weiß-Stücke, zusammen mit Vorbildern wie Marcel Duchamp und Alexander Calder sowie den Werken sehr junger Künstler, die zum ersten Mal in Frankreich ausgestellt wurden: Agam, Bury, Jacobsen, Soto und Tinguely.
Zu diesem Anlass verfasste Pontus Hulten, der spätere Direktor des Centre Pompidou, ein Kleines Memento der kinetischen Künste, das unter der berühmten Bezeichnung „Gelbes Manifest“ bekannt wurde und außerdem einen Text von Roger Bordier enthielt: „Welches neue Gesicht würde die Kunst in dieser zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts annehmen? Antwort: „Wir stehen vor dem wandelbaren Werk. Ob es sich nun um das Werkstück, die optische Bewegung oder die Intervention des Betrachters handelt, das Kunstwerk ist – vielleicht auf unbestimmte Zeit – neu erschaffbar geworden“.
Die Galerie Denise René hatte ihre Türen 1945 in Paris wenige Monate vor der Befreiung mit der Ausstellung von Vasarelys figurativen Arbeiten aus den späten 1930er Jahren geöffnet. Ab 1946 widmete sich die Galerie der Abstraktion und später der geometrischen Abstraktion. Ihre Rolle sollte zentral für die Verbreitung dessen sein, was später als „kinetische Kunst“ und später als „Op’art“ bezeichnet werden sollte.
Der Begriff kinetische Kunst umfasste damals sehr unterschiedliche Praktiken, von motorisierten Werken bis hin zu Werken, die durch das Eingreifen von Zuschauern oder durch natürliche Elemente wie Wind oder Wasser verändert wurden. Er umfasst auch alle Werke, die sich im Auge des Betrachters bewegen, während dieser sich bewegt, ohne dass das Werk selbst beweglich ist. Die in dieser Bewegung zusammengefassten Künstler zeigen einen ausgeprägten Geschmack für Plexiglas, Lichteffekte und einfache Formen. Die Nachahmung der Natur wurde zugunsten einer künstlichen, nicht hierarchischen Ästhetik ersetzt. Es werden zahlreiche Mittel eingesetzt, um Variationen oder Illusionen von Bewegungen sowie mehr oder weniger spektakuläre Lichteffekte zu erzeugen.

Die Bezeichnung Op’Art, die sich ab 1965 in Europa durchsetzte und mit der Bezeichnung Kinetische Kunst konkurrierte, wurde aus den USA importiert und führte zu einer Debatte über die Unterscheidung zwischen den beiden Kunstformen. Die Bezeichnung Op’Art entstand aus der Abkürzung des Begriffs Optical Art, der in England für Arbeiten verwendet wurde, die sich auf das Spiel mit der Optik konzentrierten, und verbreitete sich in London wie ein Lauffeuer. Später geht es dann um kinetische Kunst und die Geschichte einer anderen wichtigen Ausstellung: The Responsive Eye.
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