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Henri Cartier-Bresson: Alles was Sie wissen sollten
Ein näherer Einblick 06 Nov 2018

Henri Cartier-Bresson: Alles was Sie wissen sollten

Henri Cartier-Bresson leica
Jane Bown, Henri Cartier-Bresson und seine geliebte Leica, 1957

Henri Cartier-Bresson, der 1908 geboren wurde und 2004 verstarb, gilt als einer der Pioniere des Fotojournalismus in Verbindung mit der Kunstfotografie. Er war bekannt für die Präzision seiner Aufnahmen und die grafische Gestaltung seiner Kompositionen. Hier sind 6 Dinge, die Sie vielleicht noch nicht über Henri Cartier-Bresson wussten.

1. Seine 50 mm revolutionieren die Fotografie

Henri Cartier-Bresson photo magnum
Treffen mit der Agence Magnum, Paris, 1950

Henri Cartier-Bresson, der auch das “Auge des Jahrhunderts“ genannt wurde, revolutionierte die Fototechnik, indem er eine leichte Kamera verwendete, die dem menschlichen Auge am nächsten kam: eine Leica 50mm. Mithilfe seiner Kamera, die er nie aus der Hand gab, hielt er einige der größten Ereignisse des vergangenen Jahrhunderts fest.

2. Henri Cartier-Bresson ist einer der Gründer der Agence Magnum

Henri Cartier-Bresson saint lazare homme flaque
Henri Cartier-Bresson, Hinter dem Bahnhof Saint-Lazare, 1932

1947 war er Mitbegründer der Agence Magnum mit Robert Capa, David Seymour, William Vandivert und George Rodger. Zum ersten Mal schlossen sich Fotografen zusammen, um ihre Entscheidungen bei der Berichterstattung zu kontrollieren und ihre künstlerischen, politischen und wirtschaftlichen Interessen zu verteidigen. Heute ist die Agentur Magnum immer noch die weltweite Referenz für Fotoreportagen.

3. Der „entscheidende Moment“ ist nicht sein Ausdruck

dessins Henri Cartier-Bresson
Martine Frank, Henri Cartier-Bresson im Naturhistorischen Museum, Paris

„Der entscheidende Moment“ wird im Allgemeinen mit Henri Cartier-Bresson in Verbindung gebracht. In Wirklichkeit handelt es sich jedoch um einen Ausdruck, den der Fotograf im Vorwort zu seiner ersten, 1952 erschienenen Sammlung von Kardinal de Retz entliehen hat: „Es gibt nichts auf dieser Welt, das nicht einen entscheidenden Moment hat“, heißt es dort. Für Henri Cartier-Bresson ist der entscheidende Moment der, der dem Ereignis selbst vorausgeht und es im Ursprung enthält, der dem „Betrachter“, der wir sind, die manchmal amüsierte Möglichkeit gibt, das Ereignis vorwegzunehmen.

4. Fotograf, aber nicht nur

Portrait de l'artiste
Porträt des Künstlers von John Loengard

Für Henri Cartier-Bresson war „der Fotoapparat ein Skizzenbuch“. Und diese Redewendung ist nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. In Wirklichkeit wollte der Fotograf Maler werden. Er studierte bei dem Porträtmaler Jacques-Emile Blanche, lernte die Komposition bei André Lhote und verkehrte in surrealistischen Kreisen. Dass er seine Karriere als Maler aufgab, verdankte er unter anderem der berühmten Mäzenin und Sammlerin Gertrude Stein. Als er ihr seine Werke vorstellte, riet sie ihm davon ab, seinen Weg fortzusetzen. Daraufhin reiste er nach Afrika und machte seine ersten Fotos.

5. Lange vor seinem Tod widmete ihm das MoMA eine posthume Ausstellung

MoMA Henri Cartier-Bresson
Katalog zur Ausstellung im MoMA, 1947

Am 23. Juni 1940 geriet Henri Cartier-Bresson in Kriegsgefangenschaft. Da Nancy und Beaumont Newhall vom Museum of Modern Art in New York (MoMA) glaubten, dass er während des Krieges verschollen war, bereiteten sie 1943 eine „posthume“ Ausstellung seiner Arbeiten vor. Doch in jenem Jahr war Henri Cartier-Bresson nach zwei vergeblichen Versuchen tatsächlich geflohen. Er erfuhr 1945 von der Ausstellung und betreute sie schließlich.

6. Martin Munkácsi veranlasst ihn, sich der Fotografie zu widmen

henri cartier bresson munkacsi
Martin Munkacsi, Drei Jungen am Tanganjikasee, 1929-1930

1931 entdeckte Henri Cartier-Bresson in der Zeitschrift Arts et Métiers Graphiques eine Fotografie von Martin Munkácsi. Diese Entdeckung überzeugte ihn davon, sich der Fotografie zu widmen. Dazu sagte er: „Ich habe plötzlich verstanden, dass die Fotografie die Ewigkeit in einem Augenblick festhalten kann. Das war das einzige Foto, das mich beeinflusst hat“.

Als unbestrittenes Genie der Fotografie hat das Werk von Henri Cartier-Bresson zahlreiche Fotografen inspiriert. Hier einige Beispiele:

Vivian Maier

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Vivian Maier

Die 1926 in New York City geborene Vivian Maier ist eine amerikanische Straßenfotografin, deren Arbeit erst posthum entdeckt wurde. Zu ihren Lebzeiten verdiente sie ihren Lebensunterhalt als Kindergärtnerin. Die Fotografie war für sie nicht nur eine Leidenschaft, sondern eine Notwendigkeit, wenn nicht sogar eine Besessenheit. Man schätzt, dass Vivian Maier im Laufe ihres Lebens 120.000 Straßenfotos gemacht hat. Eine beeindruckende Menge an Filmen – die sie aus Geldmangel nicht entwickelte – sammelte sich in den Kisten an, die sie bei jedem Arbeitgeberwechsel mitnahm.

Catherine Balet

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Hommage an Henri Cartier Bresson, Looking for the Masters in Ricardo’s Golden Shoes, Bruxelles, Catherine Balet, 1932

Catherine Balet ist eine französische Künstlerin, die 1959 geboren wurde. In ihrer Serie Looking for the Masters in Ricardo’s Golden Shoes setzt sie Ricardo Martinez Paz, einen 76-jährigen Dandy, in Szene, der berühmte Szenen nachspielt, die von großen Meistern der Bildkunst fotografiert wurden, darunter auch die von Henri Cartier-Bresson, dessen Grauskala sie ebenfalls nachahmt..




Roger Schall

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Die Normandie, 1935

Roger Schall, ein Zeitgenosse von Henri Cartier-Bresson, nutzte Anfang der 1930er Jahre die „Leica-Revolution“, um seiner Leidenschaft für Schnappschüsse nachzugehen. Paris war sein bevorzugtes Erkundungsgebiet, und die Nacht ermöglichte es ihm, die besonderen Konturen einer Stadt voller Kontraste mit Kraft und Sensibilität zu erfassen und zu enthüllen. Er verewigte das Stadtbild, die Lichter und die Pariser.




Über Artsper

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